Am Wochenende war in Gambach Ausnahmezustand: Vier Tage lang feierte der Ort seine Kirmes, die traditionell am zweiten September-Wochenende stattfindet. Ausrichtender Verein war in diesem Jahr die 2018 gegründete Kirmesgemeinschaft Gambach e. V.

Nachdem in den letzten Jahren die Partyband Ace of Hearts den Freitag prägte, war diesmal frischer Wind angesagt: Die Band VolXX LIGA übernahm die Bühne, heizte mit Klassikern und moderner Partymusik ein und sorgte für ein gut besuchtes Zelt und einen stimmungsvollen Auftakt am Disco-Abend.

Am Samstag wurde unter dem Motto „Tradition trifft Moderne“ der Kirmesbaum in diesem Jahr erstmals direkt auf dem Festplatz aufgestellt. In den Vorjahren eher unscheinbar am Rand platziert, bekam er nun die verdiente Bühne. Ganz nach dem Motto „Unser Kirmesbaum hat mehr verdient“ waren alle eingeladen, beim Baumstellen dabei zu sein. Danach gab es kleine Spiele wie Cornhole oder „Bierkrug stemmen“, ehe es ins Festzelt ging. Dort war schon lange vor Programmbeginn jeder Platz besetzt, sodass die offizielle Eröffnung in ausgelassener Stimmung gefeiert wurde: Mit dem Kranzhochziehen durch die Kirmesburschen und -mädchen (Kirmesbums) sowie dem Fassbieranstich durch Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer war der offizielle Startschuss für die Kirmes perfekt.

Auch musikalisch und showmäßig war am Samstagabend einiges geboten: Die Tanzgruppen Diamonds und Smash vom TSV sowie die Kirmesburschen und -mädchen selbst zeigten ihre Showtänze. Die Rhythmussportgruppe aus Köln heizte die Kirmesbesucher:innen mit Brasspop und Showeinlagen richtig ein und verwandelte das Zelt in eine einzige große Party. Spätestens als Philipp Reuhl alias Malle-Flipsi mit dem Traktor ins Zelt fuhr und ein Malle-Medley brachte, war die Stimmung im Zelt am Kochen – bei seinem „Bella Napoli“ tanzte das ganze Zelt und eine Polonaise setzte ein. Ab 22 Uhr übernahmen schließlich die Jungs von Afterhoureierbagge gemeinsam mit Sängerin Madeline die Bühne und lieferten ein vierstündiges Programm von eigenen Songs über Partymusik bis hin zu Klassikern der Rodgau Monotones – Partystimmung für jedes Alter inklusive.

Nach diesem ausgelassenen Samstagabend begann der Sonntag deutlich ruhiger: Ein ökumenischer Gottesdienst, gestaltet von der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde sowie der Christusgemeinde, eröffnete den Tag. Musikalisch begleitet wurde er von den Kirchenmäusen, den Chören „Just for Fun“ und „Jubilate“ sowie dem Posaunenchor. Anschließend gab es Kaffee und Kuchen, während die Kinder an Bastelstationen, einer Kindercocktailbar und den Auftritten der Tanzgruppen Tanzmäuse, Flip Flops und Dancelights ihren Spaß hatten oder sich vorm Zelt mit den Fahrgeschäften vergnügen konnten.

Am Sonntagabend gehörte die Bühne schließlich Hagen Vetter. Der Stadtarchivar nahm alle Interessierten mit durch 300 Jahre Kirmesgeschichte in Gambach. In seinem einstündigen Vortrag „Giedohie“ zeigte er, wie und wo die Kirmes früher in Gambach gefeiert wurde, und brachte mit seinen Bildern so manchen Besucher zum Schmunzeln, der sich schnell selbst wiedererkannte.

Nach diesem unterhaltsamen Ausklang des Wochenendes endete die Kirmes aber noch lange nicht: Am Montag stand schließlich der traditionelle Frühschoppen auf dem Programm – und auch hier wurde bis spät in den Abend gefeiert. Erstmals spielte die Party- und Oktoberfestband „Die Lausbuba“ in Gambach und begeisterte mit Klassikern wie „Die Fischerin vom Bodensee“ bis hin zu Partyhits. Schon vor dem Einlass hatte sich eine Schlange vor dem Zelt gebildet, die sich auch vom Regen nicht abhalten ließ. Neu war außerdem der Wagen der Metzgerei Weil aus Münzenberg, die direkt auf dem Festplatz für die passende Grundlage mit Fleischbrötchen, Pfefferbeißern und Mettbrötchen sorgte. Dazu gab es bis etwa 13 Uhr reichlich Freibier –ausgetragen unter anderem von den Kirmesburschen und -mädchen sowie Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer (Münzenberg) und Olga Schneider (Rockenberg).

„Dass das Festzelt während der gesamten Kirmeszeit stets gut gefüllt war, zeigt, dass wir mit der Verbindung von Tradition und Moderne genau richtig gelegen haben“, sagte Andreas Köstler, 1. Vorsitzender der Kirmesgemeinschaft. „Auch die Resonanz, die wir bisher erhalten haben, war durchweg positiv. Jetzt freuen wir uns auf die nächste Kirmes, die wir ausrichten dürfen.“ – Bis dahin unterstützt der Verein die ortsansässigen Vereine tatkräftig bei der Ausrichtung ihrer Kirmes.